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38 Prozent der Erde könnten zu Wüsten
werden - Afrikas grüne Mauer soll Sahara-Ausbreitung stoppen
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| Am Rande einer Oase in der Wüste
(Foto: Andrea Damm / pixelio.de) |
Forscher des Spanischen Institute of Agro Food Research and
Technology (IRTA)
haben die Ausbreitung der Wüsten weltweit untersucht und
erschreckende Ergebnisse geliefert. 38 Prozent der Land-Erdoberfläche
sind Trockengebiete. Damit sind sie gefährdet, zu Wüsten
zu werden, berichten die Forscher um Montserrat Nunez im International
Journal of Life Cycle Assessment.
Die Forscher haben 15 Öko-Regionen nach ihrem Trockenheitsgrad
untersucht. Mit Hilfe des so genannten Life Cycle Assessment (LCA)
- einer wissenschaftlichen Methode, die die Auswirkungen der menschlichen
Aktivität auf die Umwelt analysiert - und einem geografischen
Informationssystem konnten die Wissenschaftler feststellen, dass
acht Regionen von Desertifikation bedroht waren. Bei den gefährdeten
Regionen handelt es sich um Küstengebiete, die Prärien,
der gesamte Mittelmeerraum sowie Steppen und Wüsten aller
Klimazonen.
Trockene Gebiete am stärksten betroffen
"Das größte Risiko der Wüstenausbreitung
gibt es in den subtropischen Trockengebieten in Nordafrika, dem
Nahen Osten, Australien, Südwest-China und im westlichen
Teil von Südamerika", so die Forscher. Mangelnde nachhaltige
Landnutzung sei einer der gravierendsten Faktoren für die
Ausbreitung der Wüsten. Semi-aride Gebiete wie etwa weite
Teile Spaniens sind besonders betroffen. Die Wissenschaftler warnen
auch davor, dass diese Situation irreversibel sei.
Trockenheit, Erosion, ausbeuterische Wasserentnahme, Übernutzung
der Böden und das Risiko von Bränden sind also in erster
Linie menschliches Handeln und die Hauptursachen für die
zunehmende Wüstenbildung, so der Wissenschaftler.
Grüner Wall gegen Sahara-Ausbreitung
Seit Jahren gibt es den Plan einen mehrere Kilometer breiten
Waldstreifen an der südlichen Grenze der Sahara zu pflanzen,
um der Wüstenbildung entgegenzuwirken. Die Idee der 7.000
Kilometer langen Green Wall sei aber unter Experten ad acta gelegt
worden", so Anneke Trux, Expertin für Desertifikationsbekämpfung
der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit
(GTZ) http://www.gtz.de/desertification gegenüber pressetext.
"Experten sind sich einig, dass dies finanziell nicht machbar
sei und zudem Maßnahmen gegen die Desertifikation anders
ansetzen müssen."
Der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade hat beim Klimagipfel
in Kopenhagen wieder für sein Projekt geworben. "Ein
Waldstreifen am Rande der Sahara kann die Desertifikation nicht
aufhalten", erklärt Trux. Es sei wesentlich wichtiger,
die Böden, Wälder und Weiden so zu bewirtschaften, dass
es zu keiner Degradierung des Bodens komme - und das landesweit
und unter direkter Beteiligung der Bevölkerung. "Dass
dies zu Erfolgen führt, haben in der Vergangenheit zahlreiche
Projekte der GTZ gezeigt, die Kommunen bei der nachhaltigen Landnutzung
unterstützen."
EU-Kooperation mit afrikanischen Ländern
"Es gibt eine Vereinbarung zwischen der EU und der Afrikanischen
Union über die Kooperation bei der verbesserte Landnutzung",
erklärt die Expertin. In einem Teil dieser Vereinbarung werde
die Green-Wall-Initiative erwähnt. "Das einfache Aufforsten
von Bäumen allein wird dafür nicht reichen", so
Trux. Dazu bedürfe es weiterer Initiativen.
Quelle: pressetext.austria (12.02.2010) |