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Japan und Norwegen halten an Walfang fest -
Trotz internationaler Proteste: Harte Zeiten für Meeressäuger
Umweltschützer haben Norwegens Entscheidung, zukünftig
noch mehr Wale zu töten, scharf kritisiert. Im kommenden
Jahr dürfen norwegische Walfänger 1.286 Minke-Wale erlegen.
Das sind um 400 Tiere mehr als in diesem Jahr. Diese Woche hat
der japanische Außenminister Katsuya Okada in einem Interview
mit dem australischen Fernsehsender ABC angekündigt, dass
auch die neue Regierung der Inselnation am Walfang festhalten
wolle.
Wörtlich zitiert ABC den Außenminister mit den Worten:
"Wir denken nicht, dass es zu diesem Zeitpunkt eine Notwendigkeit
gibt, unsere Walfang-Politik zu überprüfen." Umweltorganisationen
- darunter auch der internationale Tierschutz-Fonds IFAW
- hatten mit der neuen Regierung auf einen Politikwechsel gehofft.
Jagd trotz geringer Nachfrage nach Walfleisch
"Wir hatten erwartet, dass Norwegen entweder die Quote von
2009 einhält oder diese weiter nach unten setzt, nachdem
die Nachfrage nach Walfleisch abnimmt", meint Kate O'Connell
von der Whale and
Dolphin Conservation Society (Whale
& Dolphin Conservation Society Deutschland). Für
Überraschung sorgte auch die Tatsache, dass Norwegen in diesem
Jahr nur 50 Prozent seiner Minke-Wal-Quote von 885 Tieren getötet
hat.
"Obwohl die Walfang-Saison in Norwegen um einen Monat bis
Ende September verlängert wurde, konnten die Walfänger
keine Käufer für ihre Produkte finden", so O'Connell.
Tatsächlich war die Nachfrage bereits im Juni so miserabel,
dass die Jagd auf die Meeressäuger vorübergehend eingestellt
wurde.
Japan argumentiert mit Essgewohnheiten
"Es ist enttäuschend, dass die neue japanische Regierung
ihre Position zum Walfang nicht überdenken will," so
Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW-Deutschland im pressetext-Interview.
Japan nutze seit Jahren ein Schlupfloch in internationalen Vereinbarungen
und bezeichnet seinen Walfang als wissenschaftlich und als Teil
der japanischen Tradition. "Die deutsche, englische und holländische
Walfangtradition ist wesentlich älter und dennoch betreiben
diese Nationen seit Jahrzehnten keinen Walfang mehr."
"Internationale Rechtsexperten sind der Meinung, dass Japan
mit seinem Walfang mehrere internationale Abkommen verletzt",
erklärt Sonntag. Australien mache sich für einen umfassenden
Walschutz sehr stark und hat in der Vergangenheit japanischen
Walfangsschiffen die Landung in australischen Häfen verweigert.
"Wenn Japan mit dem Walfang in der Antarktis weitermacht,
überlegt sich Australien eine Klage vor dem Seegerichtshof",
berichtet Sonntag. Bisher gebe es zwar Rechtsgutachten, aber kein
Urteil. "Argumentiert wird mit der Illegalität der Waljagd
und mit der Nichteinhaltung des Internationalen Artenschutzabkommens
CITES." Zudem verstoße der "wissenschaftliche
Walfang" gegen das Seerecht. Seit Jahren will Japan neben
Minke-, Bryde- und Pottwalen auch Buckelwale jagen. (Ende)
Quelle: pressetext austria (12.12.2009) |