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Klimaschutz macht die Welt gesünder -
Rückgang tödlicher Krankheiten durch weniger Treibhausgase
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| Wissenschaftler der Universität
Berkeley entwickelten Küchenherde, deren Emission beim
Kochen mit Kohle oder Holz gering ist. (Foto: Matt Evans /
University of California Berkeley) |
Viele Maßnahmen des Klimaschutzes können direkt die
Gesundheit großer Bevölkerungsteile verbessern. Zu
diesem Schluss kommt eine Reihe von Untersuchungen, die in der
Zeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde.
Die Forscher verglichen dazu, wie sich verschiedenste Maßnahmen
zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes in verschiedenen
Sektoren auf das Auftreten von Krankheiten auswirken würden.
Um auf Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländern
einzugehen, wurde das Modell an den Beispielen England und Indien
angewandt.
Neue Öfen in Indien als beste Medizin
Als gesündesten Klimaschutz schlagen die Autoren die Auswechslung
von 150 Mio. Öfen vor, die in Innenräumen von Indiens
Haushalten täglich mit Biomasse geheizt werden. Über
zehn Jahre könnte das zwei Mio. frühzeitige Tode durch
Atemwegs- oder Blutkrankheiten verhindern und hunderte Mio. Tonnen
CO2 einsparen. Doch auch in England könnte mehr Energieeffizienz
in Eigenheimen Herz- und Lungenkrankheiten deutlich senken. Das
könnte durch andere Belüftung, Umstieg im Heizungswesen
oder umweltfreundlicheres Verhalten gelingen, was in Summe eine
sogar dreimal höhere CO2-Reduktion pro Einwohner bewirke.
Eine weitere Studie nahm den städtischen Verkehr und Folgen
seines Wandels unter die Lupe. Das Modell berücksichtigte
dafür eine stärkere Verbreitung von Autos mit weniger
Abgasen und das Zurücklegen von Kurzstrecken zu Fuß
oder per Fahrrad. Egal ob nun in Delhi oder London, zeigte sich
eine um bis zu 25-prozentige Besserung von koronaren Durchblutungsstörungen
und Infarkten, die zur Zeit die weltweit häufigste Todesursache
sind. Ähnliche Effekte würden auch bei einer Kohlenstoff-freien
Energieerzeugung, sowie bei bestimmten Klimaschutz-Maßnahmen
in Industrie und Landwirtschaft eintreten.
Endlich positive Auswirkungen
"Der Klimawandel bedroht uns alle, doch seine Auswirkungen
werden voraussichtlich besonders die ärmsten Teile der Bevölkerung
jedes Landes am stärksten treffen", so Kirk Smith von
der University of
California in Berkeley, einer der Studienautoren. Politikern
könnte dieses Wissen dazu helfen, durch Klimaentscheidungen
auch die Gesundheit zu verbessern. "Wenn wir mit Vorsicht
auswählen, auf welche Weise Treibhausgase reduziert werden,
können wir dadurch zum globalen Gleichgewicht in gesundheitlicher
Hinsicht beitragen", so der Forscher.
Lancet-Herausgeber Richard Horton sieht in den Ergebnissen einen
Schlüssel zur Vermittlung des Klimaschutzes. "Überall
herrscht der Eindruck, dass uns jede Maßnahme gegen die
globale Erwärmung negativ treffen wird. Wir sollen weniger
autofahren, weniger fliegen, unsere Ernährung umstellen und
Energie anders erzeugen." Dass die Gesundheit durch sorgfältige
Auswahl der Klimaschutz-Maßnahmen verbessert und Leben gerettet
werden könnten, sei hingegen keine schlechte Nachricht.
Zusammenfassung der Lancet-Serie "Health benefits of tackling
climate change" unter http://download.thelancet.com/flatcontentassets/series/health-and-climate-change.pdf
Quelle: pressetext austria (27.11.2009) |