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Baikalsee vom Klimawandel bedroht - Kürzere
Eisperiode vernichtet die Nahrungskette des weltgrößten
Sees
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| Die Transsibirische Eisenbahn
führt am Ufer des Baikalsees vorbei. (Foto: pixelio.de
/ Fabian Voswinkel) |
Die ansteigenden Temperaturen bescheren dem Baikalsee eine kürzere
Eisperiode und bringen somit sein Ökosystem in Gefahr. Davor
warnen Forscher vom Wellesley
College in Massachusetts und der russischen Irkutsk-Universität
im Fachmagazin BioScience. Das Klima am Baikalsees wurde in den
letzten Jahrzehnten spürbar milder, was die Dauer der Eisbedeckung
reduziert. Zudem stiegen auch die Niederschläge an. Das habe
bereits bisher zu starken Veränderungen der Nahrungskette
geführt, die langfristig die reiche Naturvielfalt des Sees
zugrunde richten könnten, so die Ökologen.
Am meisten Besorgnis äußern die Forscher über
den Rückgang der Kieselalgen im See, die eine wichtige Grundlage
der gesamten Nahrungskette darstellt. Im Unterschied zu anderen
Kieselalgen blüht die endemische Baikal-Kieselalge im Frühling
bereits unter der Eisdecke, weshalb die immer kürzere Gefrierperiode
des Sees zu starken Einschränkungen in Wachstum und Vermehrung
der Pflanze führt. Von der Alge ernähren sich Kleinkrebse,
die wiederum die Hauptmahlzeit der gesamten Fischwelt des Sees
darstellen. Der Bestand der Kleinkrebse ist zusätzlich von
Veränderungen der Durchsichtigkeit der Eisdecke bedroht,
was die Forscher auf die Zunahme der Regenfälle und auf Änderungen
der Windrichtung zurückführen.
An der kürzeren Eisperiode leidet auch die Baikalrobbe,
die weltweit einzige Süßwasser-Robbe, die an der Spitze
der Nahrungskette des Baikalsees steht. Da sich diese Tiere auf
dem Eis paaren und dort auch ihre Jungen zur Welt bringen, zwingt
sie die frühe Schmelze schon weitaus früher ins Wasser,
was ihre Fruchtbarkeit drastisch verringert.
Der in Sibirien gelegene Baikalsee ist von seinem Volumen her
der größte, tiefste und auch älteste See der Erde.
1996 erklärte die UNESCO den See, der ein Fünftel der
weltweiten Süßwasserreserven enthält, zum Weltkulturerbe,
da auch sein Reichtum an Tier- und Pflanzenarten alle anderen
Seen übertrifft. Das Ökosystem des Sees ist außer
durch die kürzere Eisbedeckung und mehr Niederschläge
auch durch indirekte Klimaschäden bedroht, etwa durch höhere
Nährstoffversorgung und industrielle Verschmutzung durch
den schmelzenden Permafrost. Um die ökologische Zerstörung
in Grenzen zu halten, seien Unterstützungen und Aktionspläne
seitens der internationalen Staatengemeinschaft unbedingt erforderlich,
betonen die Forscher.
Quelle: pressetext austria (04.05.2009) |