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Westafrika steht vor weiterer Mega-Dürre
- Klimaerwärmung sorgt für zunehmende Bedrohung
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| Sedimentablagerungen im Bosumtwi-See
in Ghana geben Aufschlüsse über Niederschläge
(Foto: J.T. Overpeck/ W. Wheeler, U. Arizona) |
Schwere und Jahrhunderte lang dauernde Dürreperioden
sind in der jüngsten Geschichte Westafrikas häufig vorgekommen.
Nach einem neuen Forschungsbericht von Wissenschaftlern der Universitäten
von Texas und Arizona steht eine solche Dürre nun erneut
bevor. Das schlimme daran ist, dass die globale Klimaveränderung
diese noch zusätzlich anheizen könnte, berichtet das
Wissenschaftsmagazin Science.
Analysen von Sedimentablagerungen im Bosumtwi-See in Ghana zeigen
deutlich, dass die letzte dieser "Megadürren" erst
vor 250 Jahren zu Ende gegangen ist. "Es ist bestürzend,
denn die Studien kommen zum Schluss, dass es bald zu einer längeren
als bisher vorstellbaren Trockenheit kommen wird", so Studienleiter
Tim Shanaham von der University
of Texas in Austin. Es sei an der Zeit, an Lösungen für
diese Regionen zu arbeiten, rät der Forscher. Die letzte
schwere Dürre in der Sahelzone in den 1970er- und 1980er-Jahren
forderte mindestens 100.000 Menschenleben, anderen Angaben zufolge
sogar bis einer Mio. Todesopfer. Vorhergehende Trockenperioden
hätten aber noch deutlich länger gedauert.
Hinweise für die bevorstehende Dürre in Westafrika
konnten die Forscher im Sediment des Bosumtwi-Sees in Ghana finden.
"Dadurch, dass in dem See keine Bodentiere leben, liegen
Schichten über Schichten", so der Forscher. Trocken-
und Regenzeiten könne man am Verhältnis zweier Sauerstoff-Isotopen
im Sediment genau voneinander unterscheiden. Trockenheiten, die
mindestens 20 Jahre dauerten hat es demnach in den vergangenen
3.000 Jahren einige gegeben. Die Trockenheit scheint mit der Atlantischen
Multidekaden-Oszillation (AMO) in Verbindung zu stehen. AMO ist
die Bezeichnung für eine zyklisch auftretende Zirkulationsschwankung
der Ozeanströmungen im Nordatlantik. Sie bringt eine Veränderung
der Meeresoberflächentemperaturen des gesamten nordatlantischen
Beckens mit sich, wodurch die Atmosphäre beeinflusst wird.
Die Sahel-Dürre wird zum Beispiel mit einer kühleren
Phase der AMO in Verbindung gebracht. "Einer der beunruhigen
Aspekte ist die Unklarheit darüber, was die Ursache für
die mehrere Jahrhunderte lang andauernde Trockenheit ist",
so Jonathan Overpeck von der University of Arizona. In Afrika
sei es leicht möglich eine Schwelle zu weiteren Dürren
zu überschreiten, ohne genau zu wissen, wodurch und warum
sie auftreten.
Michael Schlesinger von der University
of Illinois in Urbana-Champaign, der die AMO erstmals vor
zehn Jahren beschrieben hat, nicht jedoch an der Studie mitgearbeitet
hat, sieht deutliche Parallelen zwischen Westafrika und dem Südwesten
der USA. Auch dort hat es laut Untersuchungen unterschiedlich
lang andauernde Trockenperioden gegeben. Einer der wesentlichen
Schritte sei die Schaffung eines effektiven Wassersammelsystems,
das zumindest bei kurzfristigen Trockenperioden helfen könne.
"Keine der beiden Regionen kann aber bei einer hundertjährigen
Megatrockenheit überleben", zeigt sich der Forscher
überzeugt. Da könne man nur auf Meerwasserentsalzung
setzen. Für die USA wäre das finanziell machbar, für
die afrikanischen Länder hingegen kaum. Dort fehlt es an
der Infrastruktur, Wasser über derart große Entfernungen
zu transportieren.
Schlesinger sieht - ebenso wie das Team von Shahana - die vom
Menschen verursachte Klimaerwärmung als weitere Verschärfung
der zukünftigen Trockenheit. Computermodelle zeichnen hingegen
ein sehr variables Bild für die gesamte Region Westafrikas.
"Egal, ob die Dürreperioden kommen oder nicht, schon
die Tatsache steigender Temperaturen sorgt für einen düsteren
Ausblick", meint Overpeck.
Quelle: pressetext austria (17.04.2009) |