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Island will Walfangquote erhöhen - Heftige
innenpolitische Diskussionen über Jagd auf Meeresriesen
Das isländische Fischereiministerium hat die neuen
Walfangquoten für die kommenden fünf Jahre veröffentlicht:
Demnach sollen jährlich 100 Minke- und 150 Finnwale gefangen
werden. Endgültig ist dieser Beschluss allerdings nicht,
denn die Übergangsregierung, die von Walfanggegnern dominiert
wird, könnte diese Beschlüsse wieder aufheben.
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| Immer noch kein Ende des kommerziellen
Walfangs (Foto: Hibbert/Greenpeace) |
Als unfassbar bezeichnet die Greenpeace-Meeresbiologin Antje
Helms im pressetext-Gespräch diese Meldung. "Finnwale
stehen auf der Roten-Liste, weil sie vom Aussterben bedroht sind",
so die Expertin. In den vergangenen drei Jahren habe man in Island
insgesamt sieben Finnwale gejagt. Kritik gibt es aber auch in
Island selbst. Sowohl die Sozialdemokraten als auch die Grünen
lehnen den Walfang ab. "Das ist ein Sabotageakt, ein Akt
der Bitterkeit gegen die neue Regierung", meint Arni Finnsson
von der Iceland Nature Conservation Association (INCA)
. Finnsson werde alles daran setzen, die Übergangsregierung
davon zu überzeugen, diesen Beschluss wieder zurückzunehmen.
Was Greenpeace auch kritisiert, ist die Tatsache, dass Finnwalfleisch
gar nicht für den Verzehr in Island selbst gedacht ist, sondern
nach Japan exportiert wird. Allerdings sei auch der Exportmarkt
nach Japan ziemlich schwach: Eine 60-Tonnen-Lieferung Finnwal
lagerte vier Monate in einem Kühlhaus ehe eine Importerlaubnis
erwirkt werden konnte. Japan habe außerdem tausende Tonnen
gefrorenes Walfleisch auf Lager, da der Verkauf nur schleppend
vor sich geht, berichtet Greenpeace.
"Die Regierung Islands sollte mehr auf den Tourismus Rücksicht
nehmen", so Helms. Im Vorjahr haben rund 115.000 Reisende
in Island an Whalewatching-Ausflügen teilgenommen. Mehr als
20 Prozent der Befragten gaben an, wegen des Whalewatchings nach
Island gekommen zu sein. Im Hafen von Reykjavik liegen zahlreiche
Walbeobachtungsschiffe und mehrere Veranstalter bieten solche
Touren an. Mit der Wirtschaftskrise in Island und der Abwertung
der isländischen Krone ist es zu einer deutlichen Verbilligung
auf der Insel gekommen.
Sollte Island die EU-Mitgliedschaft anstreben, könnte der
Walfang zu einem jähen Ende kommen, da ein Fangstopp für
die Aufnahme des Inselstaates entscheidend sein könnte. Finnson
meint dazu gegenüber BBC, dass es wohl kaum in Islands Interesse
sein könne, die EU zu provozieren. "Auch wenn wir nicht
in diesem Jahr aufgenommen werden, ist es doch klar, dass wir
nahe Beziehungen brauchen und wir daher nicht auf den Zehen der
anderen herumtrampeln", so Finnson.
Quelle: pressetext austria (30.01.2009) |