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Verlust der Natur kostet extrem viel Geld -
Ärmere Länder am Schlimmsten betroffen
Die Zerstörung von Flüssen, Wäldern und Ozeanen
wird die Wirtschaft drastisch treffen. Nach Schätzungen von
Experten wird das globale BIP aus diesen Gründen bis 2050
um rund sieben Prozent schrumpfen. Vor allen die ärmeren
Länder werden unter der Situation extrem leiden. Ihnen droht
nach dem Bericht zur Abschätzung des ökonomischen Werts
der ökologischen Vielfalt (TEEB - The Economics of Ecosystems
and Biodiversity) die Halbierung des zum Teil ohnehin kargen Lebensstandards.
Im Rahmen der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn hat der Studien-Hauptautor
Pavan Sukhdev, ein "umfassendes und überzeugendes Geschäftsmodell
für die Erhaltung der biologischen Vielfalt" vorgestellt.
Der nunmehr vorliegende Zwischenbericht biete eine umfassende
und überzeugende ökonomische Begründung für
den Schutz der Biodiversität, berichtet BBC-Online. Die Untersuchung
wurde 2007 durch den deutschen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel
und EU-Kommissar Stavros Dimas initiiert und wird bis zum Jahr
2010 andauern. An der Koordination und der Erstellung des Zwischenberichtes
waren neben zahlreichen internationalen Experten auch Wissenschaftler
des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung UFZ
beteiligt.
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Abholzung und Ansiedlung im Amazonasregenwald
zerstören lebenswichtige Ökosysteme und verursachen
Klimaänderungen.
(Foto: Jörn von Jouanne, Max-Planck-Institut für
Chemie) |
"Die zugrunde liegende Idee des gesamten Projekts liegt
darin, Ökosysteme auch als wirtschaftliches Gut zu erfassen
und dementsprechend zu bewerten", erklärt Christoph
Schröter-Schlaack, Projektkoordinator beim UFZ im pressetext-Interview.
Es sei ein neuer Denkansatz, natürliche Gebiete als Wirtschaftsgüter
zu sehen, obwohl bei der ersten Betrachtung ein Wald zum Beispiel
keinen unmittelbaren Preis erzielen könne. "Sieht man
einen Wald hingegen als Schutz vor Hochwässern oder Überschwemmungen,
dann kann man den Wert des Waldes mit den Kosten, die zur Errichtung
von Dämmen oder Hochwasserschutz notwendig sind, bewerten",
erklärt Schröter-Schlaack. Das heißt, dass es
nun darum gehe, den Wert der "natürlichen Dienstleistung"
eines Habitats zu erfassen. "Wir sind nun darum bemüht,
diesen Wert zu ermitteln und auch den Markt für solche Dienstleistungen
zu schaffen, beziehungsweise zu beschreiben." Viele dieser
Naturdienstleistungen sind bisher noch unklar, weil sie noch nie
zuvor berechnet wurden.
"Gerade die aktuelle Klimadiskussion macht zum Beispiel
deutlich, dass Länder mit hohem Waldanteil gute CO2-Speicher
bilden, in denen die Emissionen gebunden werden." Damit würden
diese Wälder zu einem Wirtschaftsgut werden, das auch bewertet
werden könne. "Wir wollen zeigen, dass die finanzielle
Unterstützung zum Erhalt von Lebensräumen nicht bloß
guter Wille der Industrienationen, sondern ein ökonomisches
Muss sind", betont der Experte, der allerdings einräumt,
dass dazu ein globales Umdenken erforderlich sei. "Unter
den indigenen Völkern Brasiliens etwa stößt dieses
Projekt auf zunehmende Akzeptanz." Hier gehe es darum, Regenwälder
nicht abzuholzen, erklärt Schröter-Schlaack abschließend
gegenüber pressetext.
Im BBC-Bericht wird der Karibikstaat Haiti als ein Beispiel für
ein ökologisch zerstörtes Gebiet abgegeben: Jahrelange
Waldrodungen haben zu starken Bodenerosionen geführt. Die
Folge waren minderwertige Böden. Trotz des wirtschaftlichen
Gewinns aus dem Verkauf der Tropenhölzer, ist der Schaden
hier größer als der Nutzen. Haiti ist heute das ärmste
Land des gesamten Doppelkontinents Amerika.
Quelle: pressetext austria (30.05.2008)
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