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Tropischen Ozeanen geht zunehmend die Luft aus
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| Wasserprobenentnahme auf dem Forschungsschiff
im Ostatlantik (Foto: Klaus Scheurich) |
In einigen Regionen der Weltozeane hat der Sauerstoffgehalt innerhalb
der vergangenen fünf Dekaden abgenommen. Das hat ein internationales
Forscherteam um Lothar Stramma vom Kieler Leibniz-Institut
für Meereswissenschaften nun belegen können. Das deutsch/US-amerikanische
Wissenschaftlergespann hat dabei die sogenannten Sauerstoffminimumzonen
in den tropischen Ozeanen untersucht, also jene Gebiete, die nur
geringe Konzentrationen von Sauerstoff aufweisen. "In den untersuchten
Arealen konnten wir eine Abnahme des Sauerstoffgehalts unterhalb
der durchmischten Deckschicht zwischen 300 und 700 Metern Tiefe
feststellen und generell eine Ausweitung der Gebiete mit wenig Sauerstoff
beobachten", fasst Stramma im Gespräch mit pressetext
zusammen.
Schon länger ist bekannt, dass die Sauerstoffverteilung in
den Ozeanen nicht gleichmäßig ist. So stechen die Gebiete
mit reduziertem Sauerstoffgehalt an den Rändern der tropischen
Ozeane hervor. "Für Sauerstoffminimumzonen sind die Datenmengen
aber bisher sehr gering, Messungen sind kaum erfolgt", erklärt
Ozeanograph Stramma. Zur Analyse der Sauerstoffveränderungen
sind längere historische Zeitreihen von Messungen erforderlich,
sowie aktuelle Daten. "Im IFM hatten wir Daten für den
tropischen und den Nordatlantik. Kollege Volker Mohrholz vom Institut
Ostseeforschung in Warnemünde konnte von einer aktuellen Fahrt
im März Daten für den Südatlantik beisteuern",
so Stramma weiter. Die US-amerikanischen Forscher Gregory Johnson
von der NOAA und
Janet Sprintall vom Scripps Institution of Oceanography http://www.sio.ucsd.edu
hatten Messwerte für den Pazifik und den Indischen Ozean beigesteuert.
"Die größte Sauerstoffabnahme im Tiefenbereich
300 bis 700 Meter wurde im tropischen Nordostatlantik beobachtet,
während im östlichen Indischen Ozean die Sauerstoffabnahme
eher gering ausfiel", erläutert Stramma die Ergebnisse
der Studien. Ursache für den Rückgang könnten durch
den Klimawandel verursachte Umweltveränderungen sein, dies
sei jedoch durch weitere Untersuchungen zu klären. "Mit
Messungen allein können wir nicht die Ursache der Änderungen
erklären. Auch natürliche Prozesse, die auf kürzeren
Zeitskalen auftreten, können die beobachtete Abnahme des Sauerstoffgehalt
verursacht haben." Die Beobachtungen der Forscher seien allerdings
konsistent zu Modellrechnungen, sodass eine weitere Sauerstoffabnahme
zu erwarten sei.
Sollte sich der Trend fortsetzen, sei dies vor allem für die
untersuchten tropischen Ozeane bedeutsam, da hier der Sauerstoffgehalt
des Wassers generell gering sei und bei einer weiteren Abnahme "große
marine Organismen hier nicht mehr leben können", so Stramma.
Auswirkungen auf beispielsweise die Fischerei seien derzeit aber
noch nicht zu befürchten. Die Ausdehnung sauerstoffarmer Zonen
dagegen könnte längerfristige Auswirkungen auf die marine
Tierwelt haben, da sauerstoffarmes Wasser dann allmählich auch
an die Oberfläche gelangen könnte. "Ich sage aber
bewusst 'könnte', denn diese Effekte müssen erst weiter
durch andere spezialisierte Gruppen untersucht werden. Wir haben
erst einmal den Startschuss gegeben und die tatsächliche Sauerstoffabnahme
untersucht", fasst Stramma zusammen.
Bedingt durch den Kohlenstoffdioxid-Anstieg und die damit verbundene
Temperaturzunahme wird auch eine allgemeine Abnahme des Sauerstoffgehalts
in den Ozeanen erwartet, da in wärmerem Wasser die Löslichkeit
abnimmt. Zudem hat sich das Absinken von sauerstoffreichem Wasser
in den polaren Regionen verringert, was zur Folge hat, dass die
tiefen Schichten des Ozeans weniger "belüftet" werden.
Quelle: pressetext deutschland (02.05.2008)
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