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Arme Bundesländer leiden am meisten an Klimawandel
- Kosten für Wetterkapriolen regional ungleich verteilt
Deutschland hat in den kommenden 50 Jahren bedingt durch den Klimawandel
mit einem enormen Aufwand zu rechnen. Das Deutsche
Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht bundesweit von
volkswirtschaftlichen Kosten in Höhe von 800 Mrd. Euro aus. Davon
seien arme Bundesländer wesentlich stärker betroffen als ihre reicheren
Nachbarn. "Die Auswirkungen des Klimawandels sind regional sehr
unterschiedlich verteilt", heißt es in einer Aussendung des DIW.
Länder wie Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Bremen und
Brandenburg würden gemessen an ihrer Wirtschaftskraft stärker an
den zu erwartenden Wetterkapriolen leiden als beispielsweise Berlin,
Hessen, Nordrhein-Westfalen oder Bayern.
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| Kraftwerk am Rhein (Foto: pixelio.de/
Gabi Schoenemann) |
In Folge des Klimawandels warnt das DIW auch vor Ausfällen am Energiesektor.
"In der Energieversorgung sehe ich notwendigerweise keine Probleme,
auch wenn diese von Klimaseite her umweltfreundlicher zu gestalten
ist. Die Tendenz geht bereits hin zu klimafreundlichen Energien",
erklärt Tim Hoffmann, Senior Researcher im Bereich Umwelt- und Ressourcenökonomik
beim Zentrum für Europäische
Wirtschaftsforschung, im Gespräch mit pressetext. "Die Umstellung
von bisher bewährten Energieformen wie Atom- oder Kohlekraftwerken
auf klimafreundliche Varianten ist zwar möglich, aber teuer. Allein
in die Förderung erneuerbarer Energien laufen jährlich über 7,7
Mrd. Euro, die der Konsument in Form eines Aufschlags auf seiner
Stromrechnung wiederfindet", so der Experte.
Das DIW geht davon aus, dass die Belastungen in allen Bundesländern
zunehmen werden. Bevölkerungsreiche und wirtschaftsstarke Länder
würden zwar höhere Folgekosten in absoluten Zahlen zu tragen haben,
"gemessen an ihrer Wirtschaftskraft sind jedoch wirtschaftsschwache
und kleinere Bundesländer ungefähr fünf Mal so stark betroffen",
erklärt Claudia Kemfert, Abteilungsleiterin für Energie, Verkehr
und Umwelt beim DIW. So hat Sachsen-Anhalt mit Belastungen in Höhe
von 2,7 Prozent der Bruttowertschöpfung zu rechnen, gefolgt von
Rheinland-Pfalz (2,6 Prozent) und Thüringen mit 2,4 Prozent. Demgegenüber
liegen die erwarteten Kosten in Baden-Württemberg bei 129 Mrd. Euro
(1,2 Prozent) bzw. in Bayern bei 113 Mrd. Euro, was nur 0,9 Prozent
der Bruttowertschöpfung entspricht.
In Norddeutschland soll sich im Gegensatz zu Mittel- und Südwestdeutschland
mit vermehrten Niederschlägen besonders der Temperaturanstieg auswirken.
Süd- und Ostdeutschland stehen vermehrt Dürreperioden bevor. "Nach
Wirtschaftssektoren wird die Land- und Forstwirtschaft am stärksten
betroffen sein", prognostiziert Hoffmann gegenüber pressetext. "Ebenso
wird die Tourismusbranche vornehmlich in alpinen Regionen Abstriche
ziehen müssen. Darüber hinaus trifft eine umfassende Klimaschutzpolitik
letztendlich auch die Verursacher des Klimawandels, die ebenfalls
mit höheren wirtschaftlichen Belastungen zu rechnen haben", schließt
Hoffmann.
Quelle: pressetext deutschland (26.03.2008)
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