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Sierra Leone verhängt Exportverbot für
Holz - Schutz vor Plünderung tropischer Regenwälder
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| Der Nationalpark "Gola Forest"
in Sierra Leone. (Foto: vositsierraleone.org) |
Sierra Leone hat ein Exportverbot für Tropenhölzer verhängt,
berichtet BBC-Online. Damit will der krisengeschüttelte westafrikanische
Staat die Rodung der eigenen Wälder verhindern. Nach Angaben
des Nachrichtensenders plündern chinesische und andere ausländische
Unternehmen die letzten verblieben Waldgebiete des Landes.
"Sie sind wie Invasoren gekommen und haben sich alles das
genommen, was sie gerade brauchten", so der Forstminister Joseph
Sam Sesay. Das Exportverbot werde so lange aufrecht erhalten bleiben,
bis eine effektive Richtlinie in Kraft tritt, die eine Nutzung der
Wälder seitens der lokalen Bevölkerung gewährleistet.
Das Verbot Tropenhölzer zu exportierten erfolgt ziemlich genau
einen Monat nach der Erhebung des letzten verbliebenen Tropenwaldes,
dem Gola Forest, zum Nationalpark. Die Bevölkerung, die am
Gola Forest wohnt, wird für die Gewinnverluste aus dem nunmehr
eingestellten Holzschlag eine Entschädigung erhalten.
Nach Berichten von ausländischen Korrespondenten haben Aktivitäten
ausländischer Holzunternehmen schwere Umweltschäden in
Westafrika verursacht. Betroffen sind Länder wie Liberia, Guinea
und die Elfenbeinküste. Nach Angaben des Forstministeriums
von Sierra Leone hat die massive Abholzung im Norden des Landes
zu einer starken Bodenerosion geführt. In manchen Teilen des
Landes sei es so schlimm, dass die Bevölkerung absiedeln musste.
Die Entscheidung ein Exportverbot für Hölzer zu erlassen,
kommt aber nicht von ungefähr: Seit die Nachbarstaaten Guinea
und der Elfenbeinküste auch ein solches erlassen haben, weichen
die internationalen Holzhändler immer öfter auf Sierra
Leone aus.
Die im September 2007 gewählte Regierung des westafrikanischen
Landes reagiert mit dem Exportverbot auf die immer aggressiveren
Methoden der Firmen Tropenholz aus dem Land zu bekommen. Ein Verbot
des illegalen Holzeinschlags habe es auch unter der vorigen Regierung
gegeben, nur sei dieses nicht wirklich vollzogen worden, beklagt
Sesay. Daher habe man nun ein generelles Exportverbot verhängt.
"Der Exportstopp wird nicht unbegrenzt gelten, allerdings wollen
wir damit durchsetzen, dass jeder gerodete Baum durch einen neu
gepflanzten ersetzt wird." Sesay will auch erwirken, dass die
lokale Bevölkerung vom Holzgeschäft profitiert. "Im
Augenblick werden die Stämme roh exportiert. Dabei bleibt unserem
Land selbst kein Nutzen", so Sesay. Sierra Leone ist eines
der ärmsten Länder Afrikas und hat heute noch mit den
Folgen des blutigen Bürgerkriegs, der 2002 beendet wurde, zu
kämpfen. In Zukunft soll das Land auch zum Tourismusziel werden
Quelle: pressetext austria (16.01.2008)
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