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Wasser für die Ärmsten
Wassermangel sorgt in weiten Teilen Afrikas und Asiens
für große Not bei der Bevölkerung. Kleine dezentrale
Wasseraufbereitungsanlagen mit autonomer Energieversorgung sollen
helfen: Sie verwandeln salzhaltiges Meer- oder Brackwasser in sauberes
Trinkwasser.
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| Solarthermische Entsalzungsanlage
zur dezentralen und energieautarken Aufbereitung von Meer- und
Brackwasser. (Foto: Fraunhofer ISE) |
Große industrielle Anlagen zur Entsalzung von Meerwasser
liefern täglich 50 Millionen Kubikmeter Frischwasser - vor
allem in den Küstenstädten des nahen Ostens. Doch die
Technik ist energieintensiv und komplex. Sie eignet sich nicht für
die trockenen und halbtrockenen Gebiete in Afrika und Indien, wobei
gerade hier die Versorgung mit Trinkwasser vor allem auf dem Land
zunehmend schwieriger wird. "Die Regionen haben eine schwache
Infrastruktur, oft gibt es kein elektrisches Netz. Herkömmliche
Entsalzungsanlagen kommen daher nicht in Frage", erklärt
Joachim Koschikowski vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesystem
ISE in Freiburg. Sein Team und er haben in den letzten Jahren in
EU-geförderten Projekten kleine, dezentrale Entsalzungsanlagen
mit autonomer Energieversorgung aus Solarenergie entwickelt, die
frisches Trinkwasser produzieren.
"Unsere Anlagen basieren auf der Membrandestillation",
sagt Koschikowski. Die Arbeitsweise lässt sich am Funktionsprinzip
einer Goretex-Jacke erklären: Hier verhindert die Membran,
dass Regenwasser bis auf die Haut trifft. Gleichzeitig wird Wasserdampf,
der sich in der Jacke beim Schwitzen bildet, nach außen abgegeben.
"In unserer Anlage wird das salzige Wasser erhitzt und an einer
mikroporösen, wasserabweisenden Membran entlang geführt.
Auf der anderen Seite der Membran fließt kaltes Trinkwasser.
Das Dampfdruckgefälle, das durch die Temperaturdifferenz entsteht,
lässt einen Teil des Salzwassers verdampfen und durch die Membran
hindurchwandern. Das Salz bleibt zurück, der Wasserdampf kondensiert
beim Abkühlen auf der anderen Seite. Wir erhalten sauberes
keimfreies Wasser", sagt Koschikowski.
Die Forscher haben bisher zwei unterschiedliche energieautarke
Systeme realisiert. "Unser Kompaktsystem für etwa 120
Liter Frischwasser pro Tag besteht aus sechs Quadratmetern thermischen
Solarkollektoren, einem kleinen Photovoltaikmodul zur Versorgung
einer Pumpe und aus dem Entsalzungsmodul", erläutert Koschikowski.
Beim Zwei-Kreissystem dagegen werden einige Entsalzungsmodule parallel
geschaltet, wodurch mehrere Kubikmeter Wasser pro Tag aufbereitet
werden können. Die Kosten für einen Kubikmeter Trinkwasser,
also 1000 Liter, sollen bei etwa 10 Euro liegen. "Im Vergleich
zu dem, was die Bewohner derzeit für die gleiche Menge Wasser
oder Softgetränke in Flaschen ausgegeben, rechnet sich die
Anlage schnell", sagt Koschikowski. Die Testanlagen in Gran
Canaria und Jordanien laufen bereits seit einiger Zeit erfolgreich.
Die Forscher planen daher, die Anlagen ab Mitte des Jahres im Spin-Off
"SolarSpring" zu vermarkten.
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2008/01/Mediendienst12008Thema3.jsp
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft IDW (02.01.2008)
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