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UNO warnt vor explodierenden Lebensmittelpreisen
- Hungersnot bedroht Millionen von Menschen in allen Kontinenten
Die explodierenden Lebensmittelpreise stellen nach Angaben
der Welternährungsorganisation FAO http://www.fao.org
eine Bedrohung für Millionen von Menschen in den ärmsten
Ländern dar. Allein im Vorjahr sind die Preise für Lebensmittel
um 40 Prozent gestiegen, erklärt die Organisation. Für
viele Länder sei der Import von Lebensmitteln daher nicht mehr
möglich.
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| Landwirte im afrikanischen Mali
(Foto: M. McGahuey/USAID) |
Der Aufruf der FAO will eine Unterstützung von Bauern in den
ärmsten Ländern der Welt zum Ankauf von Samen und Düngemitteln
erreichen. Die FAO fordert aber auch, dass das Thema Agrotreibstoffe
vor diesem Hintergrund neu diskutiert wird. Nach Angaben der UN-Organisation
sind 37 Länder durch Konflikte und Katastrophen von Hungersnöten
bedroht. "Ohne Unterstützung der Bauern in den am schlimmsten
betroffenen Staaten, werden die Menschen es nicht schaffen",
erklärt FAO-Direktor Jacques Diouf. Der derzeitige Preis für
Lebensmittel liegt auf dem höchsten Niveau seit 1990 und ist
von 2006 auf 2007 um 25 Prozent gestiegen.
Hungergefährdet sind mehrere Millionen Menschen - vor allem
in afrikanischen Staaten, aber auch in Asien wie beispielsweise
in Nord-Korea, Afghanistan, Bangladesch, Pakistan, Indonesien und
Nepal. In Mittelamerika sind Haiti, die Dominikanische Republik
und Nicaragua nach Überschwemmungen betroffen, nach Zerstörungen
durch Wirbelstürme auch die Karibikinseln Dominica, St. Lucia
und Jamaika. Das einzige hungergefährdete Land Europas ist
die Republik Moldau - zugleich auch eines der ärmsten Länder
Europas.
Zur Erhöhung des Nahrungsmittelpreises haben auch großräumige
Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten beigetragen.
Chinas Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten und vor allem
nach Fleisch haben der Problematik noch Zündstoff gegeben.
Zudem ist die moderne Landwirtschaft stark erdölabhängig.
Das ist ein Mitgrund dafür, dass die Preise für die Endprodukte
deutlich höher liegen als in den Jahren zuvor. Das Thema Agrotreibstoffe
- hier insbesondere die Verwendung von Lebensmittel für die
Herstellung von Treibstoffen - wird in einer Konferenz, die kommendes
Jahr im Juni über die Bühne gehen wird, thematisiert.
Diouf geht jedenfalls davon aus, dass die steigende Nachfrage nach
alternativen Treibstoffen die Nachfrage nach nutzbaren Pflanzen
verstärkt hat.
Für Kritiker ist der FAO-Bericht keine besonders große
Überraschung: "Dass es um die Zukunft der industrialisierten
Landwirtschaft schlecht bestellt ist, prophezeie ich seit Jahren",
meint der Wiener Humanökologe und Umweltethiker Peter Weish
http://www.boku.ac.at
im pressetext-Gespräch. Eine erdölabhängige Lebensmittelproduktion,
wie sie heute üblich ist, sei nicht zukunftsfähig. Weish
kritisiert in diesem Zusammenhang die fehlende Frage nach der Zukunftsfähigkeit
von Entwicklungen im gesamten Systemzusammenhang. "Diese fehlt
nämlich auch bei der Frage, ob Gentechnik eingesetzt werden
soll oder nicht. Von Wirtschaft und Politik instrumentalisierte
Expertengremien produzieren Unbedenklichkeitsbestätigungen,
Skeptiker werden als inkompetente Pessimisten bezeichnet. Ökologische
Systemzusammenhänge sowie Neben- und Spätfolgen spielen
in diesen Entscheidungen keine Rolle", kritisiert Weish.
Der Ausweg aus dieser Krise könne nur in einer vielfältig,
lokal angepassten kleinräumigen Form der Landwirtschaft möglich
werden. "Diese ist in der Lage im Einklang mit biologischer
und kultureller Vielfalt die Ernährungsbasis der Menschen zu
sichern." Ein Grund, warum Weish auch Gentech-Gegner sei, liege
darin, dass mit Hilfe der Gentechnik in Händen von Agro- und
Chemiekonzernen die Globalisierung der industriellen Landwirtschaft
weiter beschleunigt und zukunftsfähige agrikulturelle Strukturen
weltweit aus dem Feld geschlagen werden. Weltweit wächst die
Einsicht, dass die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft nur
auf dem Weg der Ökologisierung möglich ist. "Das
bedeutet Wirtschaften mit der Natur, Schließen der Stoffkreisläufe,
lokal angepasste kleinräumige Strukturen mit reicher Sortenvielfalt.
Auf diesem Weg ist die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig möglich
und es sind hohe Flächenerträge zu erzielen."
Über Erfolge berichtet die FAO aus dem ostafrikanischen Land
Malawi: Hier konnte mit Hilfe von Koupons für Bauern der Maisertrag
um eine Mio. Tonnen übertroffen werden. Profitiert haben dabei
sowohl die Kleinbauern als auch die Bevölkerung.
Quelle: pressetext austria (18.12.2007)
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