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Saurer Regen zerstört Meere - CO2, Stickstoff
und Schwefel setzen den Ozeanen zu
Es ist nicht nur das CO2, das dafür sorgt, dass die Meere
immer saurer werden. Ganz massiv beeinträchtigen auch Stickstoff
und Schwefel, die mit Abgasen in die Luft gelangen, die Ozeane.
Zu diesem Schluss kommt der Ozeanograph Scott Doney von der Woods
Hole Oceanographic Institution http://www.whoi.edu
in Massachusetts im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National
Academy of Sciences (PNAS). Diesen Effekt hätten Forscher bis
jetzt vernachlässigt, meint der Experte.
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| Kaltwasserkorallen haben zunehmend
Schwierigkeiten, ihre Kalkskelette im saurer werdenden Ozean
zu bilden (Foto: Jürgen Schauer/IFM-GEOMAR) |
Es ist bekannt, dass mit dem steigenden CO2-Gehalt der pH-Wert
der Ozeane bis zum Ende des Jahrhunderts von heute 8,2 auf etwa
7,8 sinken wird. Alleine schon diese Tatsache wird sich auf die
ohnehin bedrohten Korallenriffe und das Plankton auswirken. Die
bisher vernachlässigte Wirkung von Stickstoffen und Schwefel
aus der Atmosphäre fußt auf der Annahme, dass der saure
Regen durch die Größe der Meere gepuffert wird und damit
die Ozeane belastbar für diesen Effekt macht. Durch das menschliche
Zutun werden jährlich sechs Teramol reaktiver Stickstoff und
zwei Teramol Schwefel in die Atmosphäre gebracht. Im Vergleich
dazu verursacht der Mensch jährlich 700 Teramol CO2. "Geht
man von diesen Zahlen aus, dann kann man sich vorstellen, dass die
Versauerung durch CO2 100mal stärker ist als jene durch Stickstoffe
und Schwefel zusammen", meint der Geochemiker Ken Caldeira
von der Stanford University http://www.stanford.edu
in Kalifornien.
Als Doney mit seinem Forscherteam die Folgen von Stickstoff und
Schwefel auf den pH-Wert der Meere modellierte, kam er zum Schluss,
dass global betrachtet die beiden Substanzen nur einen geringen
Einfluss auf die Versauerung der Meere hatten. Allerdings gebe es
manche Regionen, in denen Schwefel und Stickstoff massive Auswirkungen
haben. "Auf der globalen Ebene ist die Bedeutung von Schwefel
und Stickstoff klein", so Doney. "Untersucht man einzelne
Gebiete allerdings genauer, ergibt sich ein anderes Bild."
Am stärksten betroffen sind demnach jene Regionen, die in der
Nähe großer Verschmutzungsherde liegen, da beide Schadstoffe
in kürzester Zeit - meist innerhalb weniger Tage bis maximal
einer Woche - abregnen. Ozeanographen bestätigen die Folgen
von Luftverschmutzung auf küstennahe Gewässer, sind allerdings
von den Effekten überrascht.
Der Biogeochemiker Ulf Riebesell vom Leibniz Institut für
Meereswissenschaften (IFM-Geomar) http://www.ifm-geomar.de
zeigt sich auch überrascht von den Ergebnissen. Er geht davon
aus, dass physikalische und biologische Effekte die Säure umschichten
würden. "Stickstoff sorgt etwa dafür, dass das Planktonwachstum
stimuliert wird. Das bringt wiederum mit sich, dass die Konzentration
von gelöstem anorganischem Kohlenstoff gesenkt wird. Das macht
das Wasser basisch", so der Wissenschaftler. Aber Doneys Modell
weist nach, dass trotz dieser Effekte ein doch großer Beitrag
zur Übersäuerung der Ozeane entsteht.
Obwohl Schwefel und Stickstoff einen dramatischen Beitrag zur Übersäuerung
von küstennahen Gewässern liefern, bleiben sie im gesamten
Bild ein geringer Beitrag, meint Caldeira. Es gebe genügend
Gründe dafür, diese beiden Substanzen dramatisch zu reduzieren.
"Wenn uns das Thema übersäuerte Ozeane aber tatsächlich
ein Anliegen ist, dann müssen wir wesentlich härter daran
arbeiten, CO2 zu reduzieren. "Das muss radikal und vor allem
sehr schnell geschehen", so der Forscher.
Weitere Informationen: http://www.ocean-acidification.net
Quelle: pressetext austria (05.09.2007)
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