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Die Hälfte der Erdbewohner lebt in Städten -
"Homo urbanis" im großen Aufschwung
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| Sao Paulo/Brasilien |
Mehr als die Hälfte der Menschheit wird bald in den Städten leben.
Zu diesem Schluss kommen Experten der UN Population Division http://www.un.org/esa
. Die demografische Entwicklung der Erdenbürger hat sich in den
vergangenen 100 Jahren massiv geändert. Die Zukunft gehört Mega-Städten
mit mehr als zehn Mio. Einwohnern. Ihre Zahl hat sich von 18 im
Jahr 2000 auf 20 erhöht. Bis 2010 werden es sogar 22 sein, berichtet
BBC-Online http://news.bbc.co.uk
.
Im Jahr 1900 lebten nur 14 Prozent aller Erdenbürger in Städten,
im Jahr 2000 waren es bereits 47 Prozent. Signifikant ist auch der
Anstieg der Millionenstädte: Gab es 1950 nur 50 Städte mit mehr
als einer Mio. Einwohner, stieg diese Zahl auf 411 im Jahr 2000.
Sorgen bereitet den Experten vor allem die Riesenstädte in den Entwicklungsländern,
die vor immensen Problemen stehen. Dort wächst die Bevölkerung schneller
als die erforderliche Infrastruktur. "Psychologisch ist das ein
gewaltiger Schritt der Menschheit", meint Hania Zlotnik, Direktorin
der UN Population Division. Beobachter sehen im gewaltigen und rasanten
Wachstum der Städte einen steigenden Druck auf die Ressourcen. Drängende
Probleme bereiten vor allem die steigende Umweltverschmutzung. Für
Politiker und Institutionen wird dies ein Test, ob sie in der Lage
sind Herr der Lage zu werden.
"Der Trend zeichnete sich schon seit längerem ab. Dennoch verstehen
die meisten Menschen nicht, dass die Welt bis vor kurzem ländlich
war", so Zlotnik. Der Mensch von heute wird immer mehr zum "Homo
urbanis". In den Industriestaaten hat die Urbanisation weniger signifikante
Auswirkungen. Heute schon leben 80 Prozent der US-Bürger in Städten.
Die Veränderung betrifft in erster Linie Schwellen- und Entwicklungsländer.
Analysten fürchten, dass in jenen Ländern nicht einmal rudimentäre
infrastrukturelle Maßnahmen gesetzt werden. Bereits heute lebt ein
Sechstel der Menschen, das ist immerhin eine Milliarde, in Baracken
und Wellblechsiedlungen in Städten.
Bei gleich bleibendem Trend des globalen Bevölkerungswachstums
wird sich die Erdbevölkerung alle 38 Jahre verdoppeln, meinen die
Forscher. Das größte Wachstum werde es in mittelgroßen Städten in
den Entwicklungsländern geben, denn die Megacities sind ohnehin
schon am Limit. Dort gebe es keinen Platz mehr zum wachsen, so die
Expertin.
Quelle: pressetext deutschland (20.05.05) http://www.pressetext.de
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