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Forscher bestätigen: Ozeane kontrollieren das
Klima - Zusammenhang zwischen der CO2-Konzentration und polaren
Meeren
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| Entwicklung der CO2-Konzentration
in der Atmosphäre |
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Ein internationales Forscherteam hat nun festgestellt, dass sich
für die Temperaturschwankungen der vergangenen 400.000 Jahre ein
direkter Zusammenhang zwischen der Konzentration des atmosphärischen
Kohlendioxids und der Schichtung der polaren und subpolaren Ozeane
nachweisen lässt. Die Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule
Zürich (ETH) http://www.ethz.ch
und des Geoforschungszentrums Potsdam http://www.gfz-potsdam.de
berichten darüber in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins
Science http://www.sciencemag.org
.
Das Forscherteam unter Leitung von Samuel Jaccard von der ETH Zürich
und seinem Kollegen Gerald Haug vom Geoforschungszentrum Potsdam
nahm geochemische Messungen an Meeressedimenten des subarktischen
Nordpazifiks vor. Dabei konnten die Wissenschaftler feststellen,
dass sich die Algenproduktion der Region in ähnlicher Weise ändert
wie die atmosphärische CO2-Konzentration während der vergangenen
400.000 Jahre. Die Daten über die CO2-Konzentration wurden aus Eisbohrkernen
der Antarktis gewonnen. Die Wissenschaftler konnten beweisen, dass
die verstärkte Stabilität der Schichtung durch eine "Süßwasserkappe"
dazu führte, dass in den Kaltzeiten weniger Nährstoffe und CO2 an
die Wasseroberfläche gelangten und vom Ozean in die Atmosphäre abgegeben
wurden. Diese Feststellung ist ein Indiz dafür, dass die physikalische
Schichtung der polaren und subpolaren Ozeane als "kommunizierende
Röhre" zwischen Ozean und Atmosphäre funktioniert. Die Schichtung
der Ozeane spielt damit eine zentrale Rolle in der globalen Klimaentwicklung,
berichten die ETH-Forscher.
Der CO2-Gehalt fungiert demnach quasi als Regelmechanismus im globalen
Klima. Ohne atmosphärische Treibhausgase würde die mittlere Temperatur
des Planeten Erde bei minus 18 Grad Celsius liegen. Die vorindustriellen
Treibhausgaskonzentrationen schwankten während der vergangenen 400.000
Jahre zwischen 280 ppm in den Warm- oder Zwischeneiszeiten und 180
ppm in den Kalt- oder Glazialzeiten. Die mittleren globalen Temperaturen
lagen zwischen 15 und 12 Grad Celsius. Der heutige atmosphärische
CO2-Gehalt beträgt 370 ppm und steigt rapide an. Die damit verbundene
derzeitige globale Erwärmung liegt bei etwa 0,7 Grad Celsius seit
130 Jahren. Da der Ozean eine 50 mal höhere CO2-Konzentration als
die Atmosphäre hat, kann eine schnell voran schreitende Erwärmung
durch menschliche Einflüsse dazu führen, dass sich der Austausch
Ozean-Atmosphäre beschleunigt und dies die Erwärmung der Erde vorantreibt.
Zuletzt war es vor etwa drei Mio. Jahren (im Pliozän) so warm wie
heute. Zu dieser Zeit war die mittlere Temperatur des Planeten Erde
um etwa zwei bis drei Grad höher als heute und die atmosphärische
CO2 Konzentration betrug 400-500ppm. Damals war die ozeanische "Süsswasserkappe"
im Nord-Pazifik nicht vorhanden und auch im Südpolarmeer war sie
stark reduziert. Die Erde hatte kein Eis auf der Nordhemisphäre
und der Meeresspiegel lag sechs Meter höher als heute. Das Szenario
einer eisfreien Nordhemisphäre könnte bei weiterhin steigenden Treibhausgas-Emissionen
bereits in diesem Jahrhundert Wirklichkeit werden, fürchten die
Wissenschaftler.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft IDW (14.05.05) http://www.idw-online.de
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