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Einfluss von Wetter und Klima auf Energieversorgung
- Universität Oldenburg und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
gründen Virtuelles Institut für Energiemeteorologie
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Präzise Information für
die Solarenergie: Mittlere Tagessumme der Sonneneinstrahlung
in Europa im April 2001, berechnet aus Satellitendaten
(Quelle: Universität Oldenburg) |
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Das wechselhafte Wettergeschehen nimmt durch die hohen Wachstumsraten
von Sonnen- und Windenergie zunehmend Einfluss auf die Energieversorgung.
Um diese neuen Energien wirtschaftlich einzusetzen, sind präzise
Informationen über das verfügbare Angebot nötig. Verlässliche Vorhersagen
der erwarteten Energieproduktion sind ebenfalls ein "Muss" für eine
erfolgreiche Anwendung.
Um die Forschung auf diesem Gebiet voranzutreiben und damit die
Solar- und Windenergietechnologien verstärkt in die Energieversorgung
einzubeziehen, haben die Universität Oldenburg (Institut für Physik,
Abteilung Energie- und Halbleiterforschung) und drei Institute des
Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) aus Oberpfaffenhofen
(Meteorologie) und Stuttgart (Energietechnik) das Virtuelle Institut
für Energiemeteorologie (vIEM) gegründet. Der Aufbau des virtuellen
Instituts wird durch die Helmholtz-Gemeinschaft mit 720.000 € für
drei Jahre gefördert, wovon 375.000 € auf die Universität Oldenburg
entfallen. Sprecher ist der Oldenburger Meteorologe Dr. Detlev Heinemann.
Mit der Einrichtung von virtuellen Instituten soll die wissenschaftliche
Kompetenz auf wichtigen Forschungsgebieten gebündelt werden. Sie
werden gemeinsam von Hochschulen und Helmholtz-Zentren getragen.
Die beteiligten Partner arbeiten - ohne ein zentrales Institutsgebäude
- mit einem gemeinsamen Management, treten gemeinsam nach außen
auf, werben Drittmittel ein und bilden Nachwuchs aus. Erneuerbare
Energien werden zukünftig einen hohen Anteil an der gesamten Energieversorgung
übernehmen. Die Abhängigkeit von Wetter und Klima und das dadurch
stark schwankende zeitliche und räumliche Angebot werfen allerdings
neue Fragen auf. Meteorologische Fragestellungen rücken damit weitaus
stärker in den Vordergrund, als dies bislang der Fall war.
Die Energiemeteorologie als junges Forschungsgebiet ist einer der
Schwerpunkte der Oldenburger Energieforschung. Sie verknüpft Know-how
und Methoden aus der Meteorologie mit physikalisch-technischen Verfahren
zur Charakterisierung von Energietechnologien. Ziel dieses interdisziplinären
Ansatzes ist es, Energieversorgungssysteme unter dem Einfluss der
schwankenden Energieflüsse von Sonne und Wind zu beschreiben. Wechselwirkungen
zwischen Energienutzung und Klimasystem stehen dabei ebenfalls auf
der Agenda des neuen Instituts: Kann die Energienutzung das lokale
Klima beeinflussen? Wird der globale Klimawandel Folgen für die
Nutzung von Sonnen- und Windenergie haben?
"Unsere Ergebnisse sollen helfen, die hochwertigen Energien von
Sonne und Wind effizienter zu nutzen und somit unmittelbar zur Entlastung
der Umwelt beizutragen", erklärt Dr. Detlev Heinemann. "Mit dem
virtuellen Institut bietet sich uns die Möglichkeit, wichtige Zusammenhänge
an der Schnittstelle zwischen Energieforschung und der Atmosphärenphysik
über die Grenzen von Disziplinen und Organisationen hinweg zu untersuchen."
Die Energiemeteorologen setzen für ihre Forschungsarbeiten u.a.
auf Satellitendaten, mit denen das Sonnenenergieangebot am Erdboden
präzise bestimmt werden soll, sowie auf umfangreiche Computermodelle,
die das zu erwartende Angebot an erneuerbarer Energie in Form von
Energiewettervorhersagen liefern sollen. Eine wichtige Frage für
die Integration von erneuerbaren Energien in die Stromnetze ist
zum Beispiel, wann und wo diese zur Verfügung stehen. Hierzu müssen
neue Modelle entwickelt werden. Das neue virtuelle Institut vIEM
will als langfristig angelegter Verbund zur Lösung dieser Fragen
wesentlich beitragen.
Weitere Informationen: http://www.viem.de
; http://www.energiemeteorologie.de
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft IDW (29.04.05) http://www.idw-online.de
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