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Woher kommt das Eis am Nordpol? Ursachen der
Eiszeit auf der Nordhalbkugel
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| Arktische Eisflächen |
Zurzeit sind große Gebiete auf der Nordhalbkugel mit Eis bedeckt.
Doch das war nicht immer so. In der morgigen (DO, 24.02.2005;
d. Red.) Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" veröffentlichen
Wissenschaftler des Potsdamer GeoForschungsZentrums (GFZ) und des
Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung eine mögliche Lösung
des ältesten Rätsels der Paläoklimaforschung - der Entstehung der
Eiszeit auf der Nordhalbkugel vor gut 2,7 Millionen Jahren.
Damit ein Eisschild wachsen kann, sind zwei Voraussetzungen notwendig:
Erstens müssen die Polarregionen ausreichend kalt sein, damit der
Niederschlag als Schnee fallen kann. Zweitens muss der Niederschlag
so hoch sein, dass der Schneefall im Winter das Abschmelzen im Sommer
überwiegt. Paläoklimatische Daten zeigen, dass die Nordhalbkugel
seit 14 Millionen Jahren ausreichend kalt war, um Gletscher wachsen
zu lassen. Warum aber setzte erst vor 2,7 Millionen Jahren die große
Vereisung auf der Nordhalbkugel ein?
Die aktuelle Studie der Potsdamer Wissenschaftler zeigt, dass sich
die ozeanische Zirkulation vor 2,7 Millionen Jahren dramatisch veränderte.
Ein "Süßwasserdeckel" bildete sich im subarktischen Nordpazifik
aus - darauf weisen neue Klimadaten und Modellrechnungen hin. Diese
salzgesteuerte so genannte Sprungschicht in 200 Metern Wassertiefe
bewirkte, dass sich im Sommer und Herbst bei etwa 50 Metern Wassertiefe
eine weitere, temperaturgesteuerte Schichtung ausbilden konnte.
Durch diese verstärkte Schichtung des nordpazifischen Ozeans stieg
die Wasseroberflächentemperatur in der Region im Sommer und Herbst
um mehr als 7 °C. Damit stellt der Nordpazifik die entscheidende
Feuchtigkeitsquelle für den amerikanischen Eisschild und die gesamte
Nordhalbkugel dar.
Nach dem Beginn der Eiszeit vor etwa 2,7 Millionen Jahren kühlte
die Erde dramatisch ab. Eine permanente Eiskappe überzog fortan
die Nordpolarregionen, und kilometerdicke Eisschilde bedeckten außer
Grönland auch große Teile Nordamerikas, Nordasiens und Skandinaviens.
Seitdem hat sich der Pulsschlag des Klimas auf einen fortwährenden
Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten eingependelt, bei insgesamt
eher niedrigen Temperaturen.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft IDW (23.02.05) http://www.idw-online.de
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