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Klimawandel unterminiert Armutsbekämpfung in
Afrika - Bis 2080: Weitere 80 bis 120 Mio. Hungerleidende weltweit
Ein Experte der nigerianischen Universität Jos warnt in einer Studie
vor den Auswirkungen der Klimaveränderung auf die Verbreitung von
Krankheiten, die Ernährungs- und Einkommenssituation. Die Studie
ist bei der derzeit stattfindenden Climate Change Conference http://www.stabilisation2005.com
in Exeter vorgestellt worden. Besonders in Ländern wie Nigeria gibt
es Auswirkungen auf soziale und ökonomische Entwicklungsmöglichkeiten
sowie auf den Gesundheitssektor, berichtet die Umweltorganisation
WWF http://www.wwf.at
, die die Studie in Auftrag gegeben hat.
"In Entwicklungsländern müssen erfolgreiche Naturschutzarbeit und
Armutsbekämpfung immer Hand in Hand gehen. Die Auswirkungen des
weltweiten Klimawandels auf Mensch und Natur werden noch viel weiter
gehen als bisher angenommen", so Studienautor Anthony Nyong Nyong.
Auch andere Experten warnen davor, dass eine Erwärmung von bis zu
zwei Grad Celsius dramatische Auswirkungen auf die reichhaltigen
aber fragilen Ökosysteme haben wird. "Durch den Verlust der natürlichen
Ressourcen werden aber auch die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen
bedroht", warnt auch WWF-Österreich-Klimaexperte Markus Niedermair.
Nach der Studie werden Wetterextreme und Naturkatastrophen wie
Fluten, Hitzeperioden und Dürre weiter zunehmen. Diese Faktoren
stehen auch in direktem Zusammenhang mit der Verbreitung von Krankheiten.
Für Südafrika wird etwa eine Verdoppelung der Malariagebiete prognostiziert.
Gleichzeitig wird das Aussterben von Pflanzenarten erwartet, die
in der traditionellen Medizin Verwendung finden. Nach Angaben der
WHO ist diese traditionelle Medizin für 80 Prozent der Menschen
die wichtigste Heilquelle.
Nach den ersten Schätzungen werden bis zum Jahr 2080 werden weitere
80 bis 120 Mio. Menschen in Folge des Klimawandels durch Hungersnöte
gefährdet sein, 70 bis 80 Prozent davon in Afrika. In erster Linie
wird die Armut die Chance auf Schulbildung bei Frauen und Mädchen
nehmen, da sie für die Versorgung der Familien zuständig sind. Hungersnöte
werden zu einer weiteren Intensivierung der Landwirtschaft und daraus
resultierend zu noch mehr Kahlschlägen führen. Die Wege zur Brennholzbeschaffung
und Trinkwasserversorgung werden noch länger werden. Zeit für Schulbildung
bleibt den Mädchen dann keine mehr.
Auch die britische Umweltministerin Margaret Beckett forderte bei
der Eröffnung der Konferenz eiligst Schritte gegen die globale Erwärmung
zu treffen. Radikale Veränderungen in der Art und Weise wie Energie
erzeugt und auch verbraucht werde, wären notwendig. Kyoto sei nur
ein erster Schritt in die richtige Richtung, so die Ministerin.
(Ende)
Quelle: pressetext.de (02.02.05) http://www.pressetext.de
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